Abschlussbericht Waldbrand Griechenland

Viele können sich noch sehr gut an die Bilder der Waldbrände in Südeuropa erinnern. Eines unserer Mitglieder war einer jener Tiroler Feuerwehrmänner die direkt in Griechenland zur Brandbekämpfung eingesetzt wurden. Vor kurzem hat er uns einen ausführlichen Bericht zukommen lassen den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Einsatzbericht Griechenland 9-15. August 2021 – Bericht von Lukas Kaufmann

Am Sonntag, den 8. August bekam ich gegen 18:30 Uhr die Anfrage von unserem Kommandanten Arnold Lanziner und erhielt damit die Chance im Zuge eines internationalen Einsatzes zur Waldbrandbekämpfung in Griechenland mit dabei zu sein. Da ich in diesem Zeitraum noch Urlaub hatte, fiel mir die Entscheidung nicht schwer und ich sagte zu.

Am darauffolgenden Tag traf sich das Tiroler Kontingent, bestehend aus zwei Mitgliedern des Landesfeuerwehrverbandes, zwei Kameraden der Feuerwehr Landeck und mir gegen 9 Uhr in der Landesfeuerwehrschule Tirol. Vor Ort „bauten“ wir das RLF 2000, das in der Feuerwehrschule stationiert ist in ein TLF 2000 mit extra Waldbrandausrüstung um. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine näheren Gegebenheiten über Anfahrt oder einen genauen Einsatzort klar. Da wir ein Teil des KAT – Zuges des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg sein würden, machten wir uns auf den Weg in die Landesfeuerwehrschule Salzburg. Vor Ort wurden wir über den weiteren Verlauf der Mission informiert. Da nun klar war, dass wir den Fährenweg über den Hafen Ancona nehmen würden, machte sich der gesamte KAT – Zug auf den Weg nach Italien. Die nächsten 12, fast schlaflosen Stunden legten wir mit unserem RLF die 800km lange Strecke zurück.

Da unsere Fähre erst am Dienstagabend Richtung Griechenland auslaufen sollte, konnten wir an einer Autobahnraststätte so gut es nur möglich war noch etwas Schlaf nachholen.

Nach einer 23 – stündigen Überfahrt erreichten wir am Mittwochabend griechischen Boden. Die drückende Hitze war bereits hier schon zu spüren. Nachdem uns die griechische Bevölkerung und unser Verbindungsoffizier empfangen hatten, wurde uns erklärt, dass wir im Gebiet rund um Olympia eingesetzt werden. Wir verbrachten noch einmal die Nacht in Patras bevor es am nächsten Tag sehr früh im, von der Polizei begleiteten, Konvoi Richtung Einsatzgebiet aufging.

Diese ca. 3 – stündige Fahrt war für uns alle ein beklemmendes Erlebnis. Da gerade erst ca. einen Tag vorher hier eine riesige Feuerwalze durchgerauscht war, die unzählige Dörfer zerstört hatte, fuhren wir viele Kilometer durch verbrannte Landschaft. So etwas hatte noch niemand von uns gesehen. Am Ziel angekommen wurde uns für unser Camp eine Grundschule zur Verfügung gestellt. Der Vorteil hier war, dass bereits eine gewisse Basisinfrastruktur vorhanden war (Wasser, Räume etc.). Die gesamte Einsatzmannschaft wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe fuhr als Erstes zu Einätzen in das zugeteilte Gebiet. Die zweite Gruppe war mit dem Aufbau des Camps beschäftigt.

Unsere Aufgabe war die klassische Bodenbrandbekämpfung, so wie wir sie, durch bereits einige Einsätze und vielen Übungen bei uns, kennen. Das bedeutet, wir mussten den Boden an den Rändern der Brandfläche mit Handwerkzeugen umgraben umso die noch vorhandenen Glutnester zu löschen um ein neuerliches Aufflammen zu verhindern. Erschwerend hinzu kam die drückende Hitze um die 40° die dort herrschte. Wir fuhren den kompletten Betrieb in 6 Stunden – Dienste. Das bedeutete für uns Dienst von 6:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 18:00 bis 24:00 Uhr.

Das was uns sofort auffiel und auch noch lange in Erinnerung bleiben wird, ist die unglaubliche Dankbarkeit, die uns von Seiten der Bevölkerung entgegengebracht wurde. Leider ist in Griechenland kein Freiwilligensystem vorhanden, das bedeutet als Betroffener warteten sie dort meistens tagelang auf die Feuerwehr. Mir wurde immer wieder bewusst wie wertvoll und gut unser Freiwilligensystem ist.

Am Samstag traf unsere Ablöse im Camp ein. Wir zeigten ihnen das Gebiet und alles rund herum, um den Einsatz ordnungsgemäß übergeben zu können. Am Sonntag in der Früh wurden wir von unserem Verbindungsoffizier verabschiedet und machten uns anschließend am Weg in Richtung Heimat. Mit einem Bus fuhren wir ca. 2 Stunden zu einem Militärflughafen, von dem aus wir mit einer Chartermaschine nach Salzburg zurückflogen.

In Österreich angekommen wurden wir großartig begrüßt. Die Flughafenfeuerwehr bereitete uns mit Wasserbogen einen tollen Empfang und noch am Rollfeld wurden wir vom Landesfeuerwehrkommandanten per Handschlag begrüßt. Anschließend wurden wir in der Feuerwehrschule von unserem KAT – Einsatz entlassen und wir machten uns mit dem MTF des Feuerwehrverbandes Tirol auf nach Hause. Sehr erschöpft kam ich am Sonntagabend in Zirl an.

Der gesamte Einsatz in Griechenland war für mich eine sehr spannende Erfahrung. Ich konnte viele neue und lehrreiche Eindrücke gewinnen, die mich in Zukunft weiterhin begleiten werden und die ich auch mit meinen Feuerwehrkolleg*innen teilen werde.

Bilder LFV Tirol – BR Jörg Degenhardt